AFS-Methode des KLL
Frau Dr. Astrid Kopp-Duller, Präsidentin des Ersten Österreichischen Dachverbandes Legasthenie und Vorstandsvorsitzende des Kärntner Landesverbandes Legasthenie, die sich schon seit vielen Jahren mit dem Phänomen der Legasthenie beschäftigt, hat die
  • A = Aufmerksamkeitstraining
  • F = Funktionstraining
  • S = Symptomtraining

- Methode mitentwickelt. Diese Methode entstand aus der genauen Beobachtung und Charakterisierung des legasthenen Menschen und der Konsequenz, ihm in allen Bereichen zu helfen, die sein Problem verursachen.

Heute wird bereits in 30 Ländern Kindern und Jugendlichen mittels der AFS-Methode gezielt und erfolgreich geholfen. Die multisensorische Methode, die sowohl den Ursachen als auch den Symptomen einer Legasthenie gerecht wird, ist Ergebnis qualitativer und quantitativer empirisch- pädagogischer Forschung. Ihre Entwicklung wurde durch Feldstudien in interdisziplinärer Zusammenarbeit, unter Einbeziehung neuester wissenschaftlicher Forschungsergebnisse, ermöglicht.

AFS - Die offene Methode

Die Erkenntnis, dass ein ausschließliches Schreib- und Lesetraining bei einem legasthenen Menschen nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt, impliziert auch die Interventionen im Aufmerksamkeits- und Sinneswahrnehmungsbereich. Für die Durchführung der AFS-Methode - sie ist in sich ein stabiles ganzheitliches Modell - gibt es einerseits klare Richtlinien. Die drei Bereiche - die Verbesserung der Aufmerksamkeit beim Schreiben und Lesen, das gezielte Schärfen der Sinneswahrnehmungen und das Training an den Fehlern - stellen das Grundgerüst der Methode dar. Die Methode ist aber andererseits als eine offene Methode zu bezeichnen, weil sie dem Trainer die Freiheit lässt, jede Art von Programmen, Hilfsmitteln, Unterstützungen, die dem Betroffenen helfen, seine Schreib- und Leseleistungen zu verbessern, einzubringen. Diese Offenheit der Methode, die individuell, sinnesspezifisch und logisch ist, garantiert spezielle Interventionen und dadurch den Erfolg. Gleichzeitig muss aber stets eine Kontrolle erfolgen, ob man mit den angebotenen Lerninhalten auf dem richtigen Weg ist.

Vorteile der AFS-Methode

Durch die rechzeitige Hilfe auf pädagogisch-didaktischer Ebene ist garantiert, dass dem Kind Sekundärproblematiken, die sich zumeist im psychischen Bereich zeigen, erspart bleiben. Nach einem pädagogischen Feststellungsverfahren, dem AFS-Computertestverfahren – das gleichzeitig mit der AFS-Methode entwickelt worden ist und dem Spezialisten eine individuelle Planung des Trainings ermöglicht – soll dem Betroffenen dort geholfen werden, wo seine Probleme liegen. Da jede Legasthenie eine individuelle Ausprägung hat, ist dies unbedingt notwendig, damit sich auch ein Erfolg einstellt. Legasthene Menschen haben keine Lernschwächen oder Lernstörungen, sondern lediglich einen andere Art von Lernfähigkeit. Wird diese Lernfähigkeit individuell unterstützt, dann haben auch legasthene Menschen die Möglichkeit, das Schreiben und Lesen zu erlernen.